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Wirtschaftsfaktor VAG: Studie zeigt regionalwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des ÖPNV in Nürnberg

Für die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg hat CONOSCOPE untersucht, welche regionalwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte der öffentliche Personennahverkehr in Nürnberg und der Metropolregion auslöst. Die Ergebnisse zeigen: Ein leistungsfähiger ÖPNV ist weit mehr als ein Mobilitätsangebot. Er stärkt Wertschöpfung, Beschäftigung und Einkommen vor Ort und vermeidet zugleich erhebliche Folgekosten für Kommune, Privathaushalte und Allgemeinheit.

Foto: © VAG – Günter Distler

In kommunalen Debatten wird der ÖPNV häufig vor allem unter Kostengesichtspunkten betrachtet. Zuschüsse, steigende Betriebs- und Personalkosten sowie Fragen des Angebotsumfangs stehen dabei im Mittelpunkt. Die Studie „Wirtschaftsfaktor VAG – Regionalwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs in Nürnberg“ erweitert diese Perspektive um eine belastbare regionalwirtschaftliche Einordnung.

Auf Basis des Geschäftsjahres 2024 wurden direkte Effekte der VAG, indirekte Effekte entlang regionaler Liefer- und Dienstleistungsketten sowie induzierte Effekte durch Einkommen, Konsum und weitere Nachfrage analysiert. Ergänzend wurde in einem hypothetischen Reduktionsszenario untersucht, welche gesamtwirtschaftlichen Folgen eine deutliche Verringerung des ÖPNV-Angebots hätte.

ÖPNV als regionaler Wirtschaftsfaktor

Die Ergebnisse machen deutlich, wie stark die VAG in Nürnberg und der Metropolregion wirtschaftlich verankert ist. Von jedem Euro, den die VAG ausgibt, fließen rund 87 Cent in die Metropolregion. Davon verbleiben 57 Cent direkt in Nürnberg.

Insgesamt löst die VAG in Nürnberg eine Wertschöpfung von knapp 250 Millionen Euro aus. In der Metropolregion steigt dieser Wert auf etwa 385 Millionen Euro. Auch die Beschäftigungseffekte sind erheblich: In Nürnberg sind rund 2.500 Erwerbstätige mit der Geschäftstätigkeit der VAG verbunden, in der Metropolregion insgesamt über 4.100 Arbeitsplätze.

Darüber hinaus entstehen deutliche Einkommens- sowie Steuer- und Abgabeeffekte. In Nürnberg gehen knapp 150 Millionen Euro an Einkommen auf die VAG zurück, in der Metropolregion rund 240 Millionen Euro. Für den Freistaat Bayern und die Kommunen der Metropolregion ergeben sich jährliche Mehreinnahmen von knapp 30 Millionen Euro.

Gesellschaftlicher Nutzen deutlich höher als mögliche Einsparungen

Neben den regionalwirtschaftlichen Wirkungen betrachtet die Studie auch den kommunalen und gesellschaftlichen Nutzen des ÖPNV. Dazu wurde ein hypothetisches Szenario modelliert, in dem das Kapazitätsangebot der VAG um rund 50 Prozent reduziert wird.

Die Modellrechnung zeigt: Eine solche Angebotsreduzierung würde rund 190.000 Personenfahrten je Werktag auf andere Verkehrsmittel verlagern. Rund 69 Prozent davon würden in den motorisierten Individualverkehr wechseln. Die Folgen wären zusätzliche Belastungen für Straßen und Parkraum, höhere Mobilitätskosten für private Haushalte sowie steigende Umwelt- und Unfallkosten.

Während sich der Zuschussbedarf der VAG in diesem Szenario rechnerisch nur um rund 14,6 Millionen Euro pro Jahr reduzieren würde, entstünden gesamtwirtschaftliche Zusatzkosten von rund 76,2 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 5,2. Ein Euro kommunaler Zuschuss an die VAG erzeugt damit einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über fünf Euro.

Die Ergebnisse zur VAG-Studie zeigen deutlich, wie Standortbilanzen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung kommunaler Unternehmen sichtbar und kommunizierbar machen können. Gerade Verkehrsbetriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Funktionsfähigkeit von Städten und Regionen.

Mehr Informationen:

Die Ergebnisse wurden in der VAG-Publikation „Fakten & Daten | Band 11 | Wirtschaftsfaktor VAG“ veröffentlicht: https://www.vag.de/fileadmin/user_upload/06_dokumente/Daten_und_Fakten/daten-fakten-band-11-nuernberg-vag.pdf

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